Blacklane gibt auf dem Chauffeurmarkt kräftig Gas. Foto: blacklane
Blacklane gibt auf dem Chauffeurmarkt kräftig Gas. Foto: blacklane

Harte Konkurrenz für Taxis: In Deutschland gehen immer mehr Chauffeur- und Limousinendienste an den Start. Mit ihren Festpreisangeboten sind sie für Firmenkunden sehr interessant.
Das Tempo ist beachtlich. Vor gut einem Jahr, im Juni 2012, starteten Frank Steuer und Jens Wohltorf in Berlin ihren Chauffeur- und Limousinenservice Blacklane mit einer Handvoll Mitarbeiter. Heute beschäftigt der Dienstleister 55 Angestellte. Außer in der Hauptstadt und 14 weiteren deutschen Großstädten bietet Blacklane seinen Service mittlerweile in den Metropolen von acht europäischen Ländern sowie in den USA an. Stetig kommen weitere Ziele hinzu. Ein Geheimnis des schnellen Wachstums ist, dass Blacklane keine eigenen Fahrzeuge betreibt. Das Unternehmen arbeitet mit regionalen Limousinenanbietern zusammen und bindet diese an die eigene Online-Buchungsplattform an. Dies sorgt für schlanke Strukturen und ermöglicht eine zügige Expansion.
Dabei gibt aber nicht nur das Start-up aus Berlin Gas. Der gesamte Markt der Chauffeur- und Limousinenservices ist in Bewegung. Das liegt an neuen Vermittlern wie Blacklane oder dem US-Unternehmen Uber, das liegt aber auch an den klassischen Autovermietern. Auch sie haben hier ein neues Geschäftsfeld entdeckt und machen etablierten Anbietern wie German Transfer oder Rank Mobility Konkurrenz.So hat sich Deutschlands größter Autovermieter Sixt Ende 2012 am Limousinen- und Chauffeurdienst My Driver beteiligt, der in aktuell etwa einem Dutzend deutscher Großstädte unterwegs ist. Auch die Expansion ins Ausland ist geplant. Derzeit läuft der Testbetrieb in Amsterdam, Wien und Zürich.
Europcar ist mit seinem Fahrdienst zurzeit in sieben deutschen Städten mit eigenen Wagen präsent. Außerdem kann das Angebot bundesweit über Partnerfirmen angefordert werden. Vorteil des Europcar-Services aus Sicht von Firmenkunden und Geschäftsreisebüros: Die Limousinen können, wie andere Reiseleistungen auch, über die GDS gebucht werden.
Als bislang letzter großer Autovermieter ist Hertz vor zwei Monaten in das Geschäft mit Limousinen- und Chauffeurdienstleistungen eingestiegen. Wobei der Anbieter keine eigenen Wagen auf die Straßen schickt, sondern lediglich mit Blacklane kooperiert.
Neulinge wie etablierte Anbieter wollen vor allem dem Taxigewerbe Kunden – Privat- wie Geschäftsreisende – abjagen. Dabei setzen sie vor allem auf hochwertige Fahrzeuge. Betagte Limousinen mit durchgewetzten Sitzen wie bei manchem Taxi sucht man vergebens. Die Kunden haben generell die Wahl zwischen verschiedenen Fahrzeugkategorien. German Transfer zum Beispiel hat vier Klassen von Economy bis First im Angebot. Kein Fahrzeug ist älter als drei Jahre. Auch bei My Driver können Firmen zwischen vier Kategorien wählen. Blacklane begnügt sich mit drei unterschiedlichen Premium-Buchungsklassen.
Doch nicht nur die Fahrzeuge, auch die Fahrer müssen gewissen Standards genügen. Bei Blacklane gilt für die Chauffeure der Partnerfirmen ein umfangreicher Verhaltenskatalog. So müssen sie außer der jeweiligen Landessprache zumindest noch Englisch sprechen können. Rauchen ist ihnen sowohl im Wagen als auch in Sichtweite der Kunden untersagt. Auch der Griff zum Handy ist nur in Ausnahmefällen und bei Nutzung eines Headsets erlaubt.
Solch ein gehobener Service hat seinen Preis. Wobei die meisten Fahrdienste mit Festpreisen operieren, der sich in der Regel aus einem Sockelbetrag sowie einem Kilometeranteil zusammensetzen. Europcar schert hier aus und bietet allein Stundenpakete an. Eine Variante, die Blacklane als Option anbietet. Die Preise variieren je nach Region und Fahrzeugkategorie. Richtschnur, zumindest für die jeweils unterste Fahrzeugklasse, ist der örtliche Taxitarif. My Driver – Werbeslogan „Luxus zum Taxipreis“ – verlangt für Fahrten mit einem PKW aus der Economy-Kategorie mindestens 20 Euro. Touren in einer First-Class-Limousine wie einem Mercedes der S-Klasse beginnen bei 45 Euro.
Generell gilt, je länger die Fahrstrecke, desto günstiger wird’s pro Kilometer. Ab elf Kilometern liege man jedenfalls bei der Business Class auf Taxiniveau, sagt Blacklane-Chef Frank Steuer. „Netto“, wie er betont. Denn anders als bei Taxen wird bei Chauffeur-Fahrten nicht eine ermäßigte Mehrwertsteuer von sieben, sondern der Höchstsatz von 19 Prozent fällig.

Vorteil für Firmenkunden durch die Vorsteuer

Eine Regelung, von der Firmenkunden profitieren. Denn sie können eine entsprechend höhere Vorsteuer geltend machen. Dabei spricht aber nicht nur dieser Kostenvorteil für die Limousinen- und Chauffeurdienste. Firmenkunden können bei entsprechenden Volumina auch mit ordentlichen Rabatten rechnen.
Bei Europcar zahlen Firmenkunden zum Beispiel für den Flughafentransfer mit zweistündiger Verfügbarkeit 95 Euro plus Mehrwertsteuer in der untersten Fahrzeugkategorie. Privatkunden sind mit 162 Euro dabei.
Doch auch so haben sich die Chauffeur- und Limousinendienste – mehr oder weniger – auf die Anforderungen von Firmenkunden und Geschäftsreisenden eingestellt. Die Akzeptanz von Kreditkarten ist Standard. Auch Auswertungen und Reports werden geliefert. Wobei es durchaus Unterschiede gibt. So bietet German Transfer eine Anbindung an die Systeme von Airplus. Eine Schnittstelle, um die man sich bei Blacklane noch bemüht. Auch Pooling-Lösungen oder Zubucherfahrten, wie sie German Transfer und Rank Mobility bieten, sucht man bei den neuen Marktteilnehmern bislang vergebens. Unternehmen sollten daher schon genau hinschauen, bei welchem Dienstleister sie einsteigen.

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