biz-travel: Reisende, die häufig und lange im Ausland unterwegs sind, sollten sich für einen Sondertarif entscheiden und damit Geld sparen. Auch sonst gilt es beim Roaming einiges zu beachten.

Genau 377,84 Euro! Lena Weber traute ihren Augen nicht, als sie die Rechnung sah. So viel soll sie bei ihrer gerade mal fünftägigen Geschäftsreise nach Südafrika vertelefoniert haben? Oder hatte sie doch nicht immer die Roaming-Option ausgeschaltet, wie es ihr die Chef-Assistentin geraten hatte? Wie auch immer: Sie muss zum Abteilungsleiter – für „klärende Worte“. Lena Weber ist in die Kostenfalle getappt. Telefonieren im Ausland ist eh schon teurer als in Deutschland. Und: Sobald der Reisende die Grenze überschreitet, zahlt er nicht allein für abgehende, sondern auch für eingehende Anrufe. Denn woher soll sein Gesprächspartner auch wissen, dass er im Ausland anruft, wenn er die „normale“ Handynummer tippt? Entwarnung gibt es zumindest für die meisten unserer Europa¨ischen Nachbarländer – dem Gesetzgeber sei Dank. Der Preis für Anrufe aus den EU-Staaten darf ab Juli maximal 29 Cent pro Minute betragen, für eingehende Gespräche 8 und SMS 9 Cent (netto).

Sammelsurium an Tarifen

Für Nicht-EU-Länder gilt dies natürlich nicht. Wer oft im Ausland reist, sollte bei der Wahl seines Business-Mobilfunkvertrags von Anfang an auf die Auslandsoptionen achten. Die Vielfalt an Tarifen ist inzwischen zu einem bunten und fast unüberschaubaren Sammelsurium geworden – die wichtigsten Angebote haben wir für Sie zusammengestellt. Das Gute: Inklusivminuten, die bei vielen Verträgen bereits enthalten sind, rechnen manche Anbieter wie Telekom auf Auslandsgespräche (EU) an. Auch zeigen sich die Anbieter in aller Regel zu weitergehenden individuellen Abmachungen bereit, wenn das Gesprächsvolumen Ihrer Firma hoch ist.

Wer sich häufiger oder längere Zeit in einem Land aufhält, für den zahlt sich der Kauf einer einheimischen Prepaid-Karte aus. Dann jedoch gilt es, die Karte nach eigenen Anrufen schnell wieder gegen die deutsche auszutauschen – nur so bleibt man erreichbar.

Kostspieliger als das Telefonieren ist inzwischen das mobile Surfen im Internet. Wer über keine spezielle Auslandsvereinbarung mit seinem Anbieter verfügt und vergisst, rechtzeitig die Roaming-Funktion auf seinem Smartphone zu deaktivieren, für den kann es richtig teuer werden. Immerhin: Für die EU gilt ab Juli eine Obergrenze von 70 Cent pro MB. Lena Weber hatte übrigens noch mal Glück: Bei ihrem wenig mobilfunkerfahrenen Chef ist sie mit einem blauen Auge davongekommen. Ein weiteres Mal sollte eine solch hohe Rechnung aber nicht eintreffen.

Weltweit telefonieren zu günstigen Preisen

T-Mobile: Telekom bietet ihren Kunden die Option Smart Traveller. Wer bereits über einen Business-Tarif verfügt, telefoniert dann in EU, der Schweiz, Island, Kroatien, Norwegen zu Inlandspreisen von 24 Cent pro Minute. Zudem lassen die sich im Business-Tarif inkludierten Freiminuten (120 bis 420) anrechnen. Pauschal werden pro Gespräch zusätzlich 63 Cent fällig. Gut: Ankommende Gespräche sind bis zur 60. Minute kostenfrei, danach 16 Cent. Für Länder außerhalb der EU gelten je nach Land die Tarife 1,08 und 1,75 Euro pro Minute. Fürs mobile Surfen im Internet bietet T-Mobile die Europa-Optionen S, M und L. Je nach Datenmenge (150 MB, 500 MB, 1 GB) kosten sie monatlich 9,95 Euro, 19,95 Euro und 29,95 Euro. Außerhalb Europas gelten die Tarife Roaming Global S (150 MB, 49,95 Euro) und M (500 MB, 99,95 Euro). Wer nur tageweise im Ausland ist, kann Tages- und Wochenpässe ab 10 MB und 1,64 Euro pro Tag kaufen („Travel & Surf“). Dies geschieht bei Ankunft im Land per SMS oder Internet. www.t-mobile.de

Vodafone: Die Roaming-Option Reiseversprechen für Geschäftskunden gilt in allen EU-Staaten sowie in Ägypten, Australien, Island, Japan, Neuseeland, der Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und der Türkei. Mit den Geschäftskunden-Tarifen Superflats kosten die Gespräche 29 Cent pro Minute plus einmalig 75 Cent pro Gespräch. Alternativ lassen sich beim Business-Kombi-Paket Inklusivminuten abtelefonieren (plus 75 Cent). Für neun asiatische Länder und Russland gilt das Reiseversprechen Asien: Vertragskunden zahlen 1,49 Euro pro Minute plus eine Gesprächspauschale von 2,50 Euro.

E-Plus: Der Roaming-Tarif Base Reisevorteil Plus gilt in allen EU-Ländern sowie in Island und Liechtenstein. Für die EU-Länder kosten Anrufe 19 Cent pro Minute (plus 49 Cent pro Gespräch), die Kosten fürs mobile Internet betragen 49 Cent pro 1 MB. Fürs restliche Europa und Nordamerika gelten 1,99 Euro pro Minute für Anrufe (0,99 Euro bei eingehenden Telefonaten) und 2,49 Euro pro 1 MB Datenmenge. Und für den Rest der Welt schließlich fallen 2,99 Euro pro Minute (ankommend 1,99 Euro) sowie 4,49 Euro pro 1 MB an. www.base.de

O2: Für Vielsurfer bietet O2 das neue Internet Day Pack EU an. Diese Tarifoption für Geschäftskunden kostet 3 Euro netto pro Tag, das Datenvolumen beträgt 50 MB. Für die Weltzone 2 (Rest-Europa, USA, Kanada, Türkei) betragen die Kosten 5 Cent pro 10 KB, für die Weltzone 3 (übrige Welt) sind dies 10 Cent. Für mobile Telefongespräche gelten folgende O2-Business-Tarife: In rund 40 Ländern (EU und einige weitere europäische Staaten sowie USA und Kanada) kosten Gespräche 25 Cent pro Minute plus 60 Cent pro Anruf. Für die restliche Welt werden 75 Cent pro Minute und 1,50 Euro pro Anruf fällig. Für Freiberufler und kleine Firmen bis 9 Angestellte gibt es die Tarife Blue M und L Professional mit 60 Inklusivminuten in 35 Ländern. www.telefonica.de

Auch das Abhören der Mailbox kostet Geld

Wer geschäftlich aus dem Ausland telefoniert oder dort mobil im Internet surft, sollte dringend einige Regeln beachten. Ansonsten droht ein böses Erwachen, wenn die Rechnung kommt, warnt Jörn Wolter vom Verbraucherportal www.handytarife.de. Seine Tipps:

– Prüfen Sie, ob Ihr Reiseland in der EU oder außerhalb liegt. In der EU gilt der Eurotarif mit festen Kosten-Obergrenzen. Liegt Ihr Ziel außerhalb der EU, suchen Sie über die Web-Seite Ihres Providers das günstigste Partnernetz.

– Das Abhören der eigenen Mailbox ist im Ausland kostenpflichtig, auch wenn es im deutschen Tarif möglicherweise gratis ist. Beachten Sie, dass Inklusivminuten Ihres Tarifs im Ausland meist nicht gelten.

– Speichern Sie deutsche Rufnummern in Ihrem Handy-Telefonbuch mit der Vorwahl +49 ab (nicht 0049).

– Internet: Datenübertragung im Ausland ist meist deutlich teurer als zu Hause. Den Up- oder Download großer Datenmengen sollte man besser vermeiden.

– Moderne Smartphones sind stets online: Apps checken das Wetter oder senden die eigene Position, Blackberrys rufen E-Mails automatisch ab. Doch eine deutsche Daten-Flatrate gilt im Ausland nicht. Wer hohe Kosten vermeiden will, sollte das Daten-Roaming deaktivieren. Günstiger ist es, sich ins Gratis-W-LAN (WiFi) einzuwählen. In bestimmten Ländern Vorsicht vor Datenklau!

– Kostengünstiger als mit der eigenen UMTS-Karte oder einem UMTS-Stick surft man über Notebook oder Tablet mit einer ausländischen Prepaid-Karte.

Generell gilt: Prüfen Sie in jedem Fall die speziellen Auslandstarife Ihres Mobilfunkanbieters! Diese Optionen, bei denen man sich anmelden muss, sind unter Umständen deutlich günstiger als die Konditionen des normalen Tarifs.

Weitere Spartipps unter: www.handytarife.de

www.biz-travel.de

 

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