Wer seine Tickets in Zukunft direkt online bei Lufthansa bucht, muss die Bearbeitungsgebühr in Höhe von zehn Euro nicht zahlen. Dafür werden die Flüge teurer. Branchenbeobachter rechnen damit, dass andere Airlines dem folgen.Bereits vom 2. April 2012 an will Lufthansa ihre Bearbeitungsgebühr – die sogenannte Ticket Service Charge – in Höhe von zehn Euro für Buchungen über ihre eigene Website streichen. Das verärgert die Reisebüros. Otto Schweisgut, Sprecher der mittelständischen Reisebüros im Deutschen Reiseerband (DRV), habe der Lufthansa klargemacht, dass die Abschaffung der Servicegebühr zu einer Diskriminierung der Reisebüros führe, so der DRV. Denn diese müssten auch weiterhin eine Buchungsgebühr erheben, da die Lufthansa vor einigen Jahren die Provision gestrichen hat.

Allerdings dürfte sich auch bei den Firmenkunden die Freude in Grenzen halten. Denn zeitgleich mit der Streichung der Service-Gebühr in Höhe von zehn Euro wird Lufthansa ihre Flüge verteuern – nach Informationen unserer Schwesterzeitschrift fvw ebenfalls um zehn Euro.

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass andere Fluggesellschaften dem Modell der Lufthansa in Kürze folgen werden. Auch bei der Einführung der Nullprovision hatte Lufthansa als Deutschlands größte Airline den ersten Schritt gemacht. Nach einigen Monaten der „Beobachtung“ schlossen sich ihr die Wettbewerber an.

Lufthansa hatte 2004 die Nullprovision eingeführt mit der Zusage, dass in allen eigenen Vertriebskanälen ebenfalls eine Servicegebühr erhoben wird und diese auch gesondert ausgewiesen wird. „Die Einführung einer Servicegebühr war die Voraussetzung, dass die Reisebüros damals der Nullprovision zugestimmt hatten“, empört sich Schweisgut über die neuen Pläne der Fluggesellschaft. „Lufthansa verzerrt damit gravierend den Wettbewerb – das ist für uns nicht hinnehmbar“, so Schweisgut. Den Kunden werde damit vorgetäuscht, dass im eigenen Online-Vertrieb der Lufthansa keine Kosten entstünden. Dies sei schlichtweg falsch.

Daneben macht Schweisgut auf die Feststellung des Bundeskartellamts von 2004 aufmerksam, wonach sich bei der Umstellung des Vertriebssystems „die Frage eines Missbrauchs neu stellt, wenn Lufthansa den Eigenvertrieb zu Nettopreisen durchführt und dadurch die Reisebüros in der Fähigkeit, eigene Service-Entgelte durchzusetzen, faktisch eingeschränkt wären.“ Es gelte nun, so Schweisgut, diese Aussage zu überprüfen.

Nicht verwechselt werden darf die Service-Gebühr, die Lufthansa nun streicht, mit der kürzlich eingeführten Kreditkartengebühr. Diese bleibt auch bei Buchungen über die Web-Seite weiterhin bestehen.

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