Wenn das Flugzeug verspätet abhebt Foto: come fly with me

Laut EU-Verordnung steht den Passagieren eine Entschädigung zu, wenn die Airline mit mindestens drei Stunden Verspätung losfliegt. Alles über Ihre Rechte.
Eigentlich hat der Gesetzgeber alles geregelt. Doch kaum eine Fluggesellschaft hält sich an die seit acht Jahren geltende EU-Verordnung, in der die Ansprüche von Fluggästen klar verankert sind.

Zwar haben Passagiere demnach einen Rechtsanspruch auf finanzielle Entschädigung, wenn ein Flugzeug aus Verschulden der Airline heraus zu spät startet oder der Flug gänzlich storniert wird. Doch, so Andreas Sernetz: „Im Alleingang kommen Betroffene praktisch nie an die ihnen zustehende Entschädigung. Die Airlines weigern sich einfach zu zahlen.“ Daraus hat der Wiener Sernetz nun ein Geschäftsmodell gemacht. Sein Unternehmen Fairplane fordert die Ansprüche von den Airlines ein – notfalls vor Gericht.

An sich ist die Sache simpel: Den Fluggästen steht eine Entschädigung zu, die sich an der Dauer der Verspätung orientiert und die vom Ticketpreis unabhängig ist. Dabei gibt es lediglich drei Stufen:

– Landet eine Maschine drei Stunden verspätet am Ziel, das bis zu 1500 Kilometer entfernt ist, müssten Betroffene 250 Euro bekommen. Dasselbe gilt, wenn der Flug storniert wird oder der Fluggast stehen bleibt, weil die Maschine überbucht wurde. In jedem Fall und unabhängig von der Entschädigungsleistung muss die Airline umgehend eine Ersatzbeförderung zum gewünschten Zielort bereitstellen. Dafür dürfen keine Zusatzkosten anfallen. Ist ein Ersatzflug nicht mehr sinnvoll, muss die Airline – zusätzlich zur Entschädigung – den vollen Ticketpreis erstatten.

– Bei Strecken von mehr als 1500 Kilometern und einer Verspätung ab ebenfalls drei Stunden bzw. Annullierung werden 400 Euro fällig.

– Bei mehr als 3500 Kilometern und einer Verspätung ab ebenfalls drei Stunden bzw. Annullierung sind es 600 Euro.

– Startet die Maschine erst am Morgen statt am Abend vorher, muss die Airline dem Passagier ein Hotelzimmer (Standard) und den Transfer dorthin bezahlen.

– Die Ausgleichszahlungen sind in bar der als Bankscheck auszuzahlen. Fluggutscheine oder Meilen muss man nicht akzeptieren.

Natürlich gelten die Beträge nur dann, wenn die Airline die Verspätung ihrer Maschine selbst verschuldet hat. Unangekündigte Streiks, extremes Wetter oder Naturkatastrophen zählen nicht dazu. Wie es sich bei rechtzeitig angekündigten Arbeitskampfmaßnahmen verhält, ist nach wie vor nicht allgemeingültig geklärt.

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